Hallo Mitstreiter,
auch nach Ablauf der Frist geht unser Widerstand weiter, denn das Bodegelände ist ja nicht das letzte Projekt dieser Art in unserem Dorf.
Wo wir stehen und wie die Zukunft aussehen könnte, haben wir hier für euch zusammengefasst:
Die Phase der Stellungnahmen ist inzwischen abgeschlossen. Auch ohne offizielle Zahlen lässt bereits die Vielzahl der uns in Kopie zugesandten Stellungnahmen auf eine hohe Beteiligung schließen. Die eingereichten Einwände zeigen, wie groß das Interesse am Bauvorhaben und an der zukünftigen Entwicklung unseres Ortes ist. Sie bestätigen uns in unserem Ansatz, mehr Sichtbarkeit und Transparenz über den laufenden Prozess zu schaffen – etwas, das den politisch Verantwortlichen bislang leider nicht in angemessener Weise gelungen ist.
Vieles an der geplanten Bebauung wird kritisch gesehen – sei es die Art und das Maß der Bebauung, die Anzahl der Wohneinheiten, der Mangel an bedarfsgerechtem Wohnraum oder die Auswirkungen auf Infrastruktur, Umwelt und Ortsbild.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die offenen Fragen und Kritikpunkte im Rahmen des aktuellen Verfahrens nicht abschließend geklärt werden können. Um diese Punkte sorgfältig und im Sinne einer nachhaltigen Ortsentwicklung zu prüfen, sollte vom derzeitigen Vorhaben Abstand genommen und das Verfahren zunächst zurückgestellt werden.
Aus unserer Sicht braucht es eine übergeordnete Strategie für die Entwicklung unseres Ortes, in die sich auch dieses Bauvorhaben einfügen muss – nicht umgekehrt. Mit dem ISEK 2030 ist hierfür bereits ein wichtiger Grundstein gelegt worden. Dieser Prozess sollte konsequent und unter breiter Beteiligung der Bevölkerung weitergeführt werden, entsprechend den dort formulierten Empfehlungen und im Sinne einer zeitgemäßen demokratischen Teilhabe.
Dabei geht es um weit mehr als einzelne Parameter wie Gebäudehöhe oder Wohneinheiten. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie sich unser Ort in den kommenden Jahren entwickeln soll.
Wollen wir eine behutsame, ortstypische Weiterentwicklung oder eine deutliche Verdichtung? Welche Art von Gebäuden passt zu unserem gewachsenen Ortsbild – und welche würde es dauerhaft verändern? Soll unser Ort weiter wachsen, und wenn ja, in welchem Umfang und in welchem Tempo, damit unsere Infrastruktur mit dieser Entwicklung Schritt halten kann?
Es geht nicht nur um Neubauten, sondern ebenso um den verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestand. Welche Strukturen wollen wir bewahren? Wo gibt es sinnvolle Potenziale zur Weiterentwicklung? Wie gehen wir mit Grünflächen, Versiegelung und der Anpassung an den Klimawandel um?
Wohnraum ist mehr als eine rechnerische Größe. Für wen entsteht er? Für Familien, für ältere Menschen, für junge Erwachsene oder für Menschen mit geringerem Einkommen? Wie schaffen wir eine ausgewogene Mischung, die sozialen Zusammenhalt stärkt, generationenübergreifendes Leben ermöglicht und unser Dorf auch mit Blick auf den demografischen Wandel langfristig lebendig hält?
All diese Fragen verdienen eine offene, transparente und gemeinschaftliche Diskussion. Nur so kann eine Entwicklung entstehen, die langfristig trägt und von einer breiten Mehrheit mitgetragen wird.
Kurz gesagt: Es geht um mehr als diesen Bebauungsplan. Es geht um die grundsätzliche Richtung, in die sich unser Ort entwickelt. Ein Bebauungsplan darf nicht am Anfang stehen – er muss das Ergebnis einer gemeinsam erarbeiteten Strategie sein.
Diese strategische Grundlage ist bislang nicht ausreichend erkennbar. Genau hier wollen wir ansetzen. Wir arbeiten derzeit an unseren nächsten Schritten. Vielleicht kennen wir noch nicht jeden einzelnen Baustein auf dem Weg zu einer echten, von der Bevölkerung getragenen Ortsentwicklungsstrategie – aber wir wissen, dass wir diesen Weg gehen wollen.
Und wir wissen: Das schaffen wir nicht allein. Wir brauchen eure Ideen, eure Erfahrungen, eure Perspektiven. Jede Stimme zählt, jede Anregung hilft weiter. Dieses Jahr ist Wahljahr. Ortsentwicklung ist keine abstrakte Verwaltungsfrage – sie ist eine Frage politischer Prioritäten. Wer entscheidet? Wer wird beteiligt? Und wessen Interessen stehen im Mittelpunkt?
Ein gewichtiger Teil der bisherigen Bauentwicklung in Isernhagen ist das hier ansässige Unternehmen Heinz von Heiden / Deutsche Bauwelten, das in der Vergangenheit zur Orts- und Ortsbildentwicklung beigetragen hat und auch beim Bodegelände als zentraler Akteur auftritt. Vor diesem Hintergrund ist es naheliegend, dass auch von dieser Seite ein aktiver Beitrag zur Transparenz und zur inhaltlichen Klärung des aktuellen Planungsstandes erwartet wird. Mit Herrn Dr. Mensching als Geschäftsführer des Unternehmens sowie als Mitglied des Ortsrates Isernhagen H.B. sollte grundsätzlich eine gute Basis gegeben sein, um sowohl die unternehmerische als auch die politische Perspektive in einen gemeinsamen Dialog einfließen zu lassen. Erfreulicherweise konnte bereits ein erstes Gespräch terminiert werden. Entscheidend wird nun ein offener und transparenter Austausch sein.
Die Zukunft unseres Ortes wird jetzt geprägt. Lasst uns sie gemeinsam gestalten.